Geschäft mit Gefühl

Der menschliche Weg zum Erfolg

Wir Menschen begreifen politische Zusammenhänge, bleiben auf dem Laufenden in Bezug auf neue Technologien und Entdeckungen der Wissenschaft. Wir mehren unser fachliches Wissen tagtäglich, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben, doch unsere Emotionen werden als hinderlich empfunden und in den hintersten Winkel gedrängt. 

Unsere Welt erschlägt uns fast mit den grellen Farben der Werbung. Marktschreierisch preisen um uns herum alle ihre Fähigkeiten, Waren und Dienstleistungen an. Es geschieht schnell und oft unreflektiert, dass man selbst in ähnlicher Manier meint agieren zu müssen.

Ebenso oft wird man, wie ein Spiegel der Anderen, zum Maskenträger und marschiert im Gleichschritt durch das (Geschäfts-)Leben. Immer erfolgreich, selbstverständlich einer der Besten seiner Branche, den Focus gerichtet auf das eigene Ziel und ohne der Menschlichkeit im Handeln Raum zu geben.

Unsere Welt hat ausreichend genug von diesen High Tech-Geräten, die für uns Denkaufgaben lösen, Tabellen formatieren, Bilanzen in aussagekräftigen Diagrammen vor Augen führen, uns 24 Stunden täglich erreichbar machen. Das Smartphone in der Jacke, das Tablet für den schnellen Blick auf was-auch-immer, den Laptop in einer Tasche über der Schulter. Dauernd sich selbst messend an wiederum anderen, die anscheinend erfolgreicher sind als man selbst.

Doch wie definiert man erfolgreich?

Macht sich dieser Begriff nur an Zahlen fest?

Ist der persönliche Erfolg ein anderer als der für die Öffentlichkeit?

Ja, er sollte es zumindest sein.

Ein ganz individueller Weg hin zur Zufriedenheit, zu dem erfüllenden Gefühl, jemanden wahrgenommen zu haben in all seiner Vielschichtigkeit, wirkliche Gespräche geführt zu haben von Mensch zu Mensch.

Unsere Zeit braucht Werte, auch und besonders im geschäftlichen Miteinander.

Wohlgemerkt Mit-Einander nicht Gegen-Einander. Die Ellenbogengesellschaft hat sich selbst ausgereizt bis zur ultimativen Grenze.

Ein Kundengespräch zu führen auf Augenhöhe sollte Werte und Gefühle beinhalten.

- Ehrlichkeit und Offenheit, die glaubhaft vermittelt werden

- Augenkontakt, ohne den sich messenden Gedanken im Hinterkopf zu haben, wer wohl als erster dem Blick des anderen ausweicht

- Eine hundertprozentige Zuwendung, gekoppelt mit einem wahrhaftigen Interesse am Gegenüber

- Nichts, das im Augenblick des Gesprächs wichtiger wäre als dieser stattfindende Gedankenaustausch.

Wenn allerdings das Summen des Smartphones sofortige Aufmerksamkeit erfordert und ein im Fluss befindliches Gespräch dafür unterbrochen wird, zeigt man damit nur seine Missachtung für die momentane Thematik. Von Wertschätzung und Achtsamkeit keine Spur.

Zuwendung bedarf Empathie, ein sich einfühlen können in den Gesprächspartner ohne unterschwellige Vermittlung einer Be-Wertung. Zuwenden kann man sich aber nur wirklich gut, wenn man sich selber kennt. Es beginnt also alles bei einem selbst.

Viele Glaubenssätze entsprechen nicht der Realität, so z.B. die Annahme, Männer seien weniger gefühlvoll als Frauen. Wenn eine Frau zu einer Lesung bittet, deren Titel Gefühlsgeschichten lautet, sollten diesem Glaubenssatz nach nur Frauen die Zuhörerschaft bilden. Aber dem ist absolut nicht so. Es erscheinen sogar einzelne Herren ohne Damenbegleitung zu diesem Termin, manchmal sogar mehrere Herren gemeinsam. Das ist verblüffend, aber auch ein deutliches Zeichen.

Gefühle sind nicht Frauensache, sie sind ein auf jeden Menschen zutreffendes Grundbedürfnis:

Gefühle spüren zu dürfen, Gefühle vermitteln zu können, Gefühle als das wahrzunehmen, was sie sind: die alle Individuen verbindende menschliche Basis.

Ein menschliches Miteinander baut Trennendes ab, überbrückt Defizite und erleichtert das gegenseitige Verstehen und Vertrauen.

Wer sich fachlich kompetent und gleichzeitig mit vollem Interesse zugewandt seinem Geschäftspartner gegenüber verhält, wird immer einen bleibenden, weil authentischen Eindruck hinterlassen.

Ein solches Gespräch legt den Grundstein für das zukünftige Verhältnis zueinander, das eine sehr große Chance birgt für ein fruchtbares Miteinander:

Von Mensch zu Mensch und auf Augenhöhe.

© Petra Milkereit

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